In Gedenken an Fritz Schütt sen.

Am vergangenen Mittwoch verstarb unser Gründungs- und Ehrenmitglied Fritz Schütt. Sein Tod erfüllt uns mit großer Trauer.

 

Fritz Schütt wuchs mitten in der Stadt, in der Rothenackerstraße auf. Dort hatte er seinen Hof, er arbeitete noch nicht mit Traktoren, sondern erledigte die Feldarbeit mit Pferden und am Wochenende ging s auf s Turnier.

Als junger Mann betrieb er den Pferdesport mit Leidenschaft. Er war als Reiter auf vielen Turnieren erfolgreich unterwegs.

Aus seinen Erzählungen wissen wir: damals hatte noch nicht jeder ein Auto mit Hänger.

Die Reiter aus den ländlichen Vereinen ritten damals noch auf die Turniere und wenn der Weg zu weit war, verlud man die Pferde auf den Zug, um ans Ziel zu kommen.

 

Im Jahr 1954 gehörte Fritz mit seinen 23 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Reit- und Fahrverein Markgröningen-Möglingen e.V., in dem sich die pferdesport Begeisterten aus Markgröningen und Möglingen zusammen geschlossen hatten. Mit Idealsimus und Begeisterung nahm er seine Aufgaben im Verein wahr, zeitweise war er auch zweiter Vorstand.

 

Mit Gründung seiner Familie beendete er seine aktives Turnierleben.

Im Jahr 1979 siedelte er von der Rothenackerstraße aus auf die ehemalige staatliche Domäne auf dem Aichholzhof. Hier standen in den Ställen bereits einige Pferde von Vereinsmitgliedern, daher war dies eine außerordentlich gut gelungene Stategie, einen Pferdefachmann hier anzusiedeln. Fritz und seine Frau Maria übernahmen die Versorgung der Pferde. Das bedeutete, täglich Fütterung mit Kraftfutter und Heu, sowie täglich misten und einstreuen. Und das wird bis heute so gemacht.

 

Als der Sohn Albrecht den Hof übernahm, hatte Fritz oftmals Zeit zum Schwätzchen und so manche Geschichte und Anekdote erzählte er.

So zum Beispiel, wie sie als Jonge Kerle in der Nacht zum 01. Mai einem Bauern, der sie geärgert hatte, den Heuwagen auseinanderbauten, in Einzelteilen über die Leiter auf den Heuboden brachten und dort wieder zusammen bauten. Das war für den Bauern eine große Überraschung und für die Jonge Kerle ein gelungener Streich.

Überhaupt hatte er ganze Chroniken und Familienzugehörigkeiten im Kopf. Er wußte, wer in welcher Straße gewohnt und gelebt hatte. Über viele wußte er Anekdoten zu erzählen. Das wird uns fehlen.

 

Auch wenn er selbst nicht mehr aktiv ritt, so freute er sich doch an seinen Kindern und Enkelkindern, die diese Tradition erfolgreich fortsetzen. Und er nahm stets mit regem Interesse an den Vereinsaktivitäten teil.

 

Sein Wissen, sein Witz und Charme werden fehlen.

 

Mit einem Zitat von Ludwig Tieck möchte ich mich von ihm verabschieden:

"Keinen hat es noch gereut, der das Ross bestiegen,

  um in frischer Jugendzeit, durch die Welt zu fliegen"

 

Wir werden uns immer dankbar mit Achtung und Respekt an ihn erinnern.

Im Namen des Reit- und Fahrvereins Markgröningen-Möglingen

 

Claudia Werli-Englert